Montag, 5. April 2021

Nachdenken über Züchter und Käufer und das Warum

Heute einfach mal meine/unsere Gedanken - mal einfach so geschrieben.

Wir sind Züchter im Klub für ungarische Hirtenhunde und auch im VDH.


Bin ich sauer, wütend - warum. Ja verdammt nochmal ich bin sauer und wütend - stock sauer und, dass jedes Mal wenn ich irgendwo bei ebay-Kleinanzeigen und den anderen diversen Plattformen diese "Hundeanzeigen" sehe und mich dann doch durchringe um sie zu lesen. Ihr Welpeninteressenten - liegt es an Corona, an der Angst allein zu sein, an Unwissenheit - an was bitte liegt es, dass es immer noch Menschen gibt, die warum auch immer auf so etwas reinfallen, oder tun sie das bewusst und kaufen so einen Welpen. Ja, sie sind niedlich - sind sie alle, kommen sie aus dem Ausland, aus Tötungsstationen, aus Tierheimen - klar wir wollen helfen - verstehe ich - würde ich auch, und wenn ich genug Geld und Platz hätte - ich würde so viele arme Seelchen retten. Aber warum in aller Welt kauft man für schweineviel Geld einen "Hybrid-Welpen"???? Manch einer schreibt dann in seiner Annonce auch noch, dass er/sie das mit Bedacht gemacht hat, die besten Eigenschaften verpaart hat, mit Wissen usw. Klar ist das toll - man kauft einen Welpen - der gleich stubenrein ist, nie bellt, nichts kaputt macht, nie krank wird - weil die besten Eigenschaften 😉, nicht haart - machen manche Rassen auch so nicht - aber egal. Warum in aller Welt macht man das? Oder anders gefragt, warum machen wir Züchter es so, wie wir es tun? Oder was machen wir falsch - machen wir was falsch? Ich könnte auf jeden Fall jedes Mal, wenn ich so eine Annonce lese in mein Kissen beißen - dass kann zwar auch nicht dafür aber einer muss daran glauben. Wir Züchter - jedenfalls - ich gehe mal von uns und denen, wo ich hoffe, dass sie auch so denken wie wir aus - also wir, wir sind im Verein - zahlen Mitgliedsbeitrag, unsere Hunde werden untersucht - natürlich gesundheitlich und müssen auch dem Rassestandard entsprechen, werden mit viel Liebe und Sorgfalt aufgezogen - wir hoffen mal, dass ist bei den - ich weiß nicht wie ich diese, sagen wir mal "Zweirassenzusammenstecker" nennen soll, auch so ist. Es gibt viele Untersuchungen die wir im Laufe der Zeit, bis unsere Hunde - ob Rüde oder Hündin in die Zucht gehen durchführen lassen - das kostet Zeit und, ja natürlich es kostet auch jede Menge Geld. Wenn sie alles erfüllt haben - gesundheitlich gesehen - werden sie "angekört" - sprich sie werden noch einmal vorgestellt - passt alles, stimmt das Wesen und entsprechen sie voll dem Rassestandard - klar ein Wesenstest ist immer selbstverständlich - machen das die anderen auch? Kontrollieren sie alle, ob da auch das zusammen verpaart wird, was auch genetisch passt. Ups, böses Wort - "genetisch" - wissen die "Zweirassenzusammenstecker", wissen sie Bescheid - jeder dieser Rassen hat genetisch spezifische Erbkrankheiten - wissen diese darüber Bescheid - passen sie da auf? Wir Züchter, wir gehen regelmäßig auf Lehrgänge - müssen dies nachweisen, bilden uns auch nebenbei weiter, schauen nicht darauf, ob der Rüde oder die Hündin nebenan wohnt - es ist uns wichtig, dass alles passt - ja, wir Züchter fahren auch gern mal 1000 km und mehr. Unsere Hündinnen werden behütet und umsorgt - die Termine beim Tierarzt werden immer wichtiger vor - und kurz nach der Geburt, das Leben dreht sich meist nur noch um die Hunde. Warum tun wir das? Warum machen wir es nicht auch so? Leicht verdientes Geld - nebenbei so mal gedacht, wir Züchter machen Werbung, haben eine eigene Homepage usw. - sprich, wir sind bekannt. Klar klingt es super - mal so gedacht 10 Welpen x nur gesponnen 2.500 Euro oder 3.000 Euro - nettes Sümmchen. In diversen Lehrgängen erfährt man dann auch, was ist mit dem Finanzamt, ja uns Züchter kennen die bestimmt, mehr als so ein, naja ... - warum machen wir das alle? Wir ziehen unsere Welpen auch mit aller Sorgfalt auf - geben sie erst ab, wenn sie von einem Tierarzt gechipt, geimpft und untersucht und dann auch noch von einem geschulten Zuchtwart abgenommen worden sind. Ein Leben lang begleiten wir unsere Welpen bei ihren neuen Besitzern - freuen uns mit ihnen - leiden mit ihnen - sind jeder Zeit für Fragen da, helfen in Notlagen und sind immer die Ersten, die da sind, sollte es mal nicht weiter gehen. Ist das bei den anderen auch so? Wir Züchter - für uns sind und bleiben es unsere Babys. Ich könnte noch mehr schreiben, vielleicht mach ich das auch mal wieder - es musste sein. In diesen Corona-Zeiten ist bestimmt der Wunsch nach einem Welpen bei vielen etwas größer - egal, die Zeit muss immer da sein - immer um sich genau vorher zu informieren. Auch wir können nicht den perfekten Hund abgeben - auch wir geben kleine, süße Welpen ab - Welpen die mit Hingabe Dinge zerstören, nachts die Menschen wecken, weil sie Pipi müssen und auch Welpen, die - nicht immer ein biblisches Alter erreichen - aber wir können versuchen und das tun wir - ja wir geben all unsere Liebe und unser Wissen mit, und, sollte mal eins dieser kleinen Wesen früher seine Flügelchen bekommen, leiden wir Züchter genau so, weil es sind und bleiben immer und ewig auch unsere Babys. Früher gab es eine Zeit, da kauften manche Menschen ihren Hund bei sogenannten "Vermehrern", weil da die Hunde billig waren - heute übertreffen deren Preisforderungen auch schon die der Züchter. Wo soll das hinführen? Wo bleibt die Moral von der ganzen Geschichte? Mein Fazit ist und bleibt, ich möchte mir abends in den Spiegel schauen können - Geld ist zwar wichtig - aber nicht alles.
Das waren die Gedanken von uns - wir sind die Züchter der Pyrenäenberghunde - www.pyris-von-ehrenberg.de


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